TPD (Umdrehungen pro Tag): Der Leitfaden zur richtigen Einstellung Ihres Uhrenbewegers für Automatikuhren

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TPD (Turns Per Day, auf Deutsch: Umdrehungen pro Tag) bezeichnet die Anzahl der Umdrehungen, die ein Uhrenbeweger für Automatikuhren innerhalb von 24 Stunden ausführt. Jedes Kaliber hat seine eigenen Anforderungen an den Aufzug. Die richtige Einstellung berücksichtigt zwei Parameter: die Anzahl der Umdrehungen pro Tag und die Drehrichtung. In der Standardeinstellung führen die Uhrenbeweger von SwissKubik 1.600 Umdrehungen pro Tag aus – 800 im Uhrzeigersinn und 800 gegen den Uhrzeigersinn. Diese Einstellung entspricht den Anforderungen der meisten auf dem Markt erhältlichen Automatikuhren. In diesem Leitfaden: die empfohlenen TPD-Einstellungen für die großen Uhrenmanufakturen, die Besonderheiten von Uhren mit Komplikationen, die Drehrichtung sowie die Programmierung Ihres SwissKubik Uhrenbewegers.

Was bedeutet TPD und warum ist diese Einstellung wichtig?

Eine Automatikuhr zieht sich mithilfe ihrer Schwungmasse auf, die sich durch die Bewegungen des Handgelenks dreht und ihre Energie auf die Zugfeder im Federhaus überträgt. Wird die Uhr nicht getragen, entfällt diese Energiequelle: Die Gangreserve erschöpft sich, die Ganggenauigkeit nimmt ab und schließlich bleibt die Uhr stehen. Der Uhrenbeweger übernimmt, wenn die Uhr nicht getragen wird, indem er diese natürlichen Bewegungen mit einer festgelegten Anzahl an Umdrehungen pro Tag – dem TPD-Wert – nachbildet.

Doch nicht alle Uhren haben die gleichen Anforderungen. Die Konstruktion der Schwungmasse, die Kraft der Zugfeder und auch die Dauer der Gangreserve unterscheiden sich von Kaliber zu Kaliber. Entsprechend variiert auch die Anzahl der Umdrehungen, die erforderlich ist, um die optimale Spannung der Zugfeder aufrechtzuerhalten. Eine passende TPD-Einstellung bietet zwei wesentliche Vorteile. In puncto Ganggenauigkeit hält sie das Uhrwerk in seinem optimalen Betriebsbereich und erspart Ihnen das erneute Einstellen der Uhrzeit – ein Vorgang, der bei Uhren mit Komplikationen besonders aufwendig sein kann. Im Hinblick auf die Langlebigkeit sorgt die kontinuierliche Bewegung für eine gleichmäßige Verteilung der Schmieröle im Uhrwerk und beugt so Reibung und vorzeitigem Verschleiß vor.

Lesen Sie auch unseren Artikel:Warum ein Uhrenbeweger für Automatikuhren ratsam ist

1.600 Umdrehungen pro Tag: der SwissKubik Standard

In der Standardeinstellung führt jeder SwissKubik Uhrenbeweger für Automatikuhren 1.600 Umdrehungen pro Tag aus, die gleichmäßig auf beide Drehrichtungen verteilt sind: 800 Umdrehungen im Uhrzeigersinn und 800 Umdrehungen gegen den Uhrzeigersinn. Dieser ausgewogene bidirektionale Standard wurde so festgelegt, dass er den Anforderungen der meisten auf dem Markt erhältlichen Automatikuhren gerecht wird – unabhängig von der Konstruktion ihrer Schwungmasse. Dabei ist zu beachten, dass zwischen den einzelnen Rotationszyklen jeweils eine Pause eingelegt wird, damit sich die Zugfeder auf natürliche Weise entspannen kann und das Uhrwerk nicht übermäßig beansprucht wird.

Mit dieser universellen Einstellung ist der Uhrenbeweger Startbox ausgestattet: Er ist direkt nach dem Einschalten einsatzbereit und erfordert keinerlei Konfiguration. Für Uhren, deren Anforderungen von diesem Standard abweichen, ermöglicht der programmierbare Uhrenbeweger Masterbox eine individuelle Einstellung.

Welcher TPD-Wert ist der richtige für Ihre Uhr? Die empfohlenen Einstellungen nach Uhrenmanufaktur

Die nachstehenden Werte stammen aus der Datenbank von SwissKubik, die regelmäßig aktualisiert wird und in die mobile App für die programmierbaren Masterbox-Uhrenbeweger integriert ist. Die Angaben dienen als Richtwerte: Die Anforderungen an den Aufzug können je nach genauem Kaliber und dessen Generation variieren. Um die offiziellen Angaben für Ihr spezifisches Modell zu erhalten, wenden Sie sich am besten direkt an den Hersteller Ihrer Uhr, oder konsultieren Sie die entsprechende technische Dokumentation.

Bildunterschrift: CW (Clockwise): im Uhrzeigersinn — CCW (Counter-Clockwise): gegen den Uhrzeigersinn — bidirektional: abwechselnde Drehung im und gegen den Uhrzeigersinn.

Die Werte stammen aus der SwissKubik Datenbank und dienen als Richtwerte.

Die standardmäßige bidirektionale Einstellung der SwissKubik Uhrenbeweger (800 Umdrehungen in jede Richtung) stellt keinerlei Risiko für das Uhrwerk dar.

Sie kennen die empfohlene Anzahl an Umdrehungen für Ihre Uhr nicht? Die mobile SwissKubik App hilft Ihnen dabei: Wählen Sie Ihr Modell aus und erhalten Sie die entsprechenden Empfehlungen zur Einstellung – Anzahl der Umdrehungen und Drehrichtung –, die Sie direkt auf Ihren Masterbox-Uhrenbeweger übertragen können.

Uhrenmanufaktur TPD empfohlen Drehrichtung Erläuterungen
Rolex 650 oder 800 Überwiegend bidirektional, einige Modelle CW (im Uhrzeigersinn)
Patek Philippe 800 Im Uhrzeigersinn, gegen den Uhrzeigersinn oder bidirektional, je nach Modell Bis zu 1.000 Umdrehungen beim Kaliber AL 30-660 S C FUS und bei der 5520P Grand Complications Alarm Travel Time
Audemars Piguet 600 bis 800 Im Uhrzeigersinn, gegen den Uhrzeigersinn oder bidirektional, je nach Modell
Omega 950 bidirektional
Vacheron Constantin 540 bidirektional Ausnahmen: Traditionnelle 6300T: 320 – Traditionnelle 4030T: 1.180
Breitling 650 oder 800 Im Uhrzeigersinn, gegen den Uhrzeigersinn oder bidirektional, je nach Modell
Cartier 500 bis 950 Im Uhrzeigersinn, gegen den Uhrzeigersinn oder bidirektional, je nach Modell
IWC 650 bis 1.000 Im Uhrzeigersinn, gegen den Uhrzeigersinn oder bidirektional, je nach Modell
Tudor 650 oder 800 Bidirektional oder im Uhrzeigersinn, je nach Modell

Welcher TPD-Wert eignet sich für Uhren mit großen Komplikationen?

Ewiger Kalender, Mondphasenanzeige, Tourbillon, Automatikchronograph: Große Komplikationen ergänzen das Basiswerk um zusätzliche Mechanismen, von denen einige die Energiereserve stärker beanspruchen. Einige Modelle benötigen daher einen höheren TPD-Wert als der Durchschnitt ihrer Manufaktur, während für andere niedrigere Werte ausreichen. Eine allgemeingültige Regel gibt es nicht: Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Komplikation und Kaliber.

Dabei steht bei einer Uhr mit Komplikationen mehr auf dem Spiel als bei einer Drei-Zeiger-Uhr: Bleibt eine Uhr mit ewigem Kalender oder Mondphasenanzeige stehen, müssen bei der Wiederinbetriebnahme sämtliche Anzeigen neu synchronisiert werden – ein langwieriger und aufwendiger Vorgang, der mitunter die Unterstützung eines professionellen Uhrmachers erfordert. Für diese außergewöhnlichen Zeitmesser gibt SwissKubik eine zweifache Empfehlung: Prüfen Sie den für Ihr Modell spezifischen Wert (in der Datenbank der App oder der Dokumentation der Manufaktur), und entscheiden Sie sich bevorzugt für einenindividuell programmierbaren Uhrenbeweger, der diese Einstellung präzise bis auf die einzelne Umdrehung einhalten kann.

Drehrichtung: im Uhrzeigersinn, gegen den Uhrzeigersinn oder bidirektional?

Der TPD-Wert allein reicht nicht aus: Die Drehrichtung ist der zweite entscheidende Parameter für den Aufzug. Es gibt drei mögliche Einstellungen. Die Drehung im Uhrzeigersinn (CW) und gegen den Uhrzeigersinn (CCW) ist für Kaliber vorgesehen, deren Schwungmasse das Uhrwerk nur in einer Richtung aufzieht. Die bidirektionale Drehung, bei der zwischen beiden Drehrichtungen gewechselt wird, eignet sich für Kaliber, die in beiden Richtungen Energie aufnehmen können, und stellt die universellste Einstellung dar. Beide Parameter sind untrennbar miteinander verbunden: Selbst eine exakt abgestimmte Anzahl an Umdrehungen verliert bei einer ungeeigneten Drehrichtung deutlich an Wirksamkeit und kann den Aufzug sogar wirkungslos machen.

Die obige Tabelle zeigt die jeweils vorherrschenden Einstellungen nach Manufaktur: Bei einigen Marken wie Omega oder Vacheron Constantin erfolgt der Aufzug bidirektional, während die erforderliche Drehrichtung bei anderen je nach Kaliber variiert – selbst innerhalb ein und derselben Kollektion. Um die für Ihre Uhr erforderliche Drehrichtung zu ermitteln, wenden Sie sich an den Hersteller, oder konsultieren Sie die technische Dokumentation.

Einstellung des TPD-Werts am SwissKubik Uhrenbeweger

Startbox: der universelle Standard ohne Einstellung. DerStartbox-Uhrenbeweger für eine Uhr ist werkseitig auf einen Zyklus von 1.600 Umdrehungen pro Tag (800 in jede Richtung) voreingestellt und direkt nach dem Einschalten einsatzbereit. Sein optischer Sensor misst die genaue Anzahl der ausgeführten Umdrehungen, während andere Uhrenbeweger lediglich mit Schätzwerten arbeiten. Die ideale Lösung, wenn die Standardeinstellung den Anforderungen Ihrer Uhr entspricht.

Masterbox: präzise Programmierung bis auf die einzelne Umdrehung. Derprogrammierbare Masterbox-Uhrenbeweger lässt sich über Bluetooth mit der mobilen SwissKubik App konfigurieren: Anzahl der Umdrehungen und Drehrichtung können entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Uhr eingestellt werden – auf Grundlage der Empfehlungen aus der integrierten, regelmäßig aktualisierten Datenbank. Seine optischen Sensoren gewährleisten die präzise Umsetzung der gewählten Einstellung. Erhältlich in verschiedenen Ausführungen für bis zu 12 Uhren, ermöglicht er, jedem Zeitmesser Ihrer Sammlung ein individuelles Aufzugsprofil zuzuweisen.

Travelbox: individuelle Einstellung für unterwegs. DasTravelbox-Reiseetui verfügt über ein per USB-C und/oder Bluetooth programmierbares Uhrenbeweger-Modul mit denselben Möglichkeiten zur individuellen Einstellung der Rotationszyklen. So bleibt die individuelle Einstellung Ihrer Uhr erhalten – ganz gleich, wo Sie sich befinden.

FAQ: Ihre Fragen zum TPD-Wert

Was ist der Unterschied zwischen dem TPD-Wert und der Drehrichtung?

Der TPD-Wert bezeichnet die Anzahl der Umdrehungen, die der Uhrenbeweger innerhalb von 24 Stunden ausführt; die Drehrichtung bestimmt, ob er sich im Uhrzeigersinn (CW), gegen den Uhrzeigersinn (CCW) oder abwechselnd in beide Richtungen dreht. Beide Parameter ergänzen sich und müssen auf die Anforderungen des Kalibers abgestimmt sein. Bei den programmierbaren Masterbox-Uhrenbewegern lassen sich beide Parameter unabhängig voneinander über die SwissKubik App einstellen.

Kann ein falsch eingestellter TPD-Wert meine Uhr beschädigen?

Ein zu niedriger TPD-Wert beschädigt die Uhr nicht: Er führt ihr lediglich nicht genügend Energie zu, sodass die Gangreserve abnimmt und die Uhr schließlich stehen bleibt. Der Nachteil ist vor allem praktischer Natur, insbesondere bei Uhren mit Komplikationen, deren erneute Einstellung aufwendig ist. Für einen schonenden Aufzug des Uhrwerks ist es entscheidend, sich an dem für Ihr Kaliber empfohlenen Wert zu orientieren und einen Uhrenbeweger zu wählen, der Rotations- und Ruhephasen abwechselt.

Muss ein Uhrenbeweger permanent in Betrieb sein?

Nein. Ein hochwertiger Uhrenbeweger wechselt zwischen Rotationszyklen und Ruhephasen und bildet so den natürlichen Bewegungsrhythmus des Handgelenks nach. Die SwissKubik-Uhrenbeweger legen zwischen den einzelnen Rotationszyklen jeweils eine Pause ein, damit sich die Zugfeder der Uhr entspannen kann. Der TPD-Wert bezeichnet die Gesamtzahl der über den Tag verteilten Umdrehungen – nicht eine kontinuierliche Umdrehung. Zusätzlich kann ein Nachtmodus programmiert werden, der die Umdrehungen während eines festgelegten Zeitraums unterbricht, um den natürlichen Rhythmus einer getragenen Uhr nachzubilden.

Welcher TPD-Wert eignet sich für eine Rolex?

Rolex-Uhren benötigen je nach Modell 650 oder 800 Umdrehungen pro Tag, überwiegend in beiden Drehrichtungen. Diese Werte stammen aus der SwissKubik-Datenbank und werden auf Grundlage der technischen Spezifikationen der renommiertesten Uhrenmanufakturen ermittelt und kontinuierlich präzisiert. Um die offiziellen Vorgaben für Ihr Modell zu erfahren, wenden Sie sich an die Manufaktur, oder konsultieren Sie die Dokumentation Ihrer Uhr.

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